Manche Dinge brauchen Zeit. Andere sind ihrer Zeit voraus. Und irgendwann ist die Zeit reif. So wie nun für das Debutalbum masquerades von ilja, dass ganze 5 Jahre auf seine Veröffentlichung warten liess. Ich traf die Band, kurz vor ihrem Konzert im Treppenhaus, um mit ihnen über die bewegte Geschichte ihres ersten Albums zu sprechen.

Alles beginnt…
…in einem Proberaum in Arbon. Bo und Pirmin schreiben zusammen erste Songs für ihre Band. Es geht schnell voran und so machen sie sich auf die Suche nach passenden Musikern. Fortan wird fleissig geschrieben, geprobt und die ersten Shows gespielt.
Der Name der Band: ilja
In den Jahren 2012 und 2013 hat die Band ihren ersten grossen Lauf. Sie spielen einige der coolsten Shows in ihrer Laufbahn. Darunter als Support für die Sluge/Stoner-Rocker Red Fang aus Portland, Navel aus Basel sowie am WaveJam OpenAir in Balzers. Sie kümmern sich selbständig um das Booking und durch die vielen guten Kontakte läuft plötzlich alles wie von selbst. Zeit also, ein erstes Album in Angriff zu nehmen.

Die Aufnahmen…
…für ihr Debutalbum beginnen im Oktober 2013. Die Band verbringt 10 Tage im Redhouse Studio und geniesst die Aufnahme-Session sichtlich. In dem abgelegenen Haus in der Nähe von Luzern finden sie den perfekten Ort um intensiv und mit viel Spass an der Sache ihre Songs aufzunehmen. Ben, den Betreiber, lernen sie kurz davor im Sedel kennen, als sie dort als Support von Carson spielen. Auch deren Album hat Ben aufgenommen und für ilja steht schnell fest – genau so soll unser Album auch klingen! Nachdem die Instrumente eingespielt sind, fährt Bo noch einige Male nach Luzern um die Gesangs-Parts einzusingen. Das Album ist alles in allem schnell fertig gestellt. Zur Veröffentlichung kommt es aber noch nicht.

„Wir drei sind sehr gute Freunde. Das hat uns geholfen die Glut für die Band am Leben zu halten.“

Einige Besetzungswechsel…
…beschäftigen die Band. Nachdem sie das Album zu viert eingespielt haben, besteht die Band nach den Aufnahmen, aus dem aktuellen Line-Up: Bo, Pirmin und Steve.
Und mit dem fertigen Album im Rücken, steht für sie fest, dass sie hier nicht einfach alles hinschmeissen werden. So beginnen sie, die Songs zu dritt neu einzustudieren. Mit einer Gitarre weniger als auf dem Album, muss nun jedes andere Instrument präsenter werden und mehr Platz einnehmen. Die Wucht soll schliesslich bleiben!

Im Oktober 2015…
…spielen ilja einen ihrer ersten Gigs zu dritt, am Up-In-Smoke Festival im Z7 in Pratteln. Danach wird es ruhig um die Band. Man liest und hört nicht viel von ihnen und sie spielen nur noch 1-2 kleinere Shows pro Jahr. Die Band bleibt aber immer aktiv, sie treffen sich jede Woche zum Proben. In dieser Zeit genügt ihnen das auch. Alle drei durchleben grössere, persönliche Veränderungen – starten in die Selbständigkeit oder gründen eine Familie. „Wir drei sind sehr gute Freunde und wir harmonisieren perfekt beim Zusammenspielen. Das hat uns geholfen die Glut für die Band am Leben zu halten.“

„Dieses Album ist so wichtig für unsere Band! Und wir sind glücklich, dass es nun endlich draussen ist.“

Am 9. Dezember 2018…
…kündigt die Band dann auf Facebook, komplett überraschend, die Veröffentlichung des Albums an und stellt gleichzeitig den ersten Track Third Eye daraus vor. Es ist also endlich vollbracht! Mit diesem Fishs Plattenkistelangersehnten Album am Start, wollen sie nun die alte Lok wieder voll auf Touren bringen. Das heisst vor allem – so viele Konzerte wie möglich spielen, um die Live-Routine wieder zu erlangen. „Die Resonanz auf den Release könnte besser nicht sein. Viele unserer Freunde haben echt auf die Veröffentlichung hin mitgefiebert. Dieses Album ist so wichtig für unsere Band und wir sind glücklich, dass es nun endlich draussen ist.“
Das Warten hat sich definitiv gelohnt! Unbedingt reinhören, und noch besser – sich an den kommenden Shows von der Wucht der Band überzeugen und ihnen das Album direkt abkaufen.
Für ilja geht es nun also nochmals zurück nach vorne. Material für ihr nächstes Album hat die Band bereits parat!


ilja
Bo Slatzky: Gitarre, Gesang
Steve Hadorn: Bass
Primin Kurmann: Schlagzeug
Alben: masquerades (2018)
Ilja auf facebook
Redhouse Records

Geschrieben von Fish's Plattenkiste

Fundstücke aus der Ostschweizer Rock-Szene